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Unsere Adventswunder - Geschichten, die das Herz erwärmen: Kai

Es kommt immer wieder vor, das Menschen sich bei uns melden, denen eine Katze zugelaufen ist. In die Nachbarschaft gehört sie nicht, anscheinend kennt sie niemand. Genauso haben wir auch mit Kai Bekanntschaft gemacht. Die Melderin hatte zudem bemerkt, daß er an einer Pfote verletzt war. Im März 2024 kam Kai also auf unsere Krankenstation, seine Pfote wurde tierärztlich versorgt, er wurde kastriert, geimpft und gechipt. Auch auf unsere Veröffentlichungen in Zeitung und den sozialen Medien gab es keine Resonanz. Kai, der sich sehr bald als äußerst netter Kerl entpuppte, wurde nirgends vermisst.
 

Nach der Quarantäne war auch für Kai der Umzug ins Katzenhaus geplant. Eine WG mit vielen Charaktären. Ein Holzhaus mit vielen kuscheligen Plätzen und Zugang zu einem Frischluftbereich, der die Welt unserer Katzen etwas größer macht. 
Aber Kai war kein Typ für eine WG. Was er auch sehr deutlich zeigte. 
Wir dachten damals, das er andere Katzen nicht mag und so zog er allein in einen Container, den wir extra für solche Kandidaten eingerichtet hatten. Da Kai auch keine Interessenten hatte und Eingesperrtsein die Lebensqualität sehr einschränkt, wurde er langsam an den Freilauf auf dem Gelände gewöhnt. Kai hat das genossen. Alle kannten ihn und tatsächlich lag er sehr oft im Weg rum. Zu oft, dachten wir, denn der Herr wurde sichtlich runder. Eine Blutuntersuchung brachte dann die Diagnose Diabetes. Unser dicker Kater wurde auf spezielles Futter und Insulin eingestellt. 2x am Tag musste er jetzt seine Spritze bekommen. Seine Vermittlungschancen sanken dadurch aber merklich. 


Und weil das noch nicht genug war, er zur falschen Zeit am wirklich falschesten Ort rumlag, traf er Anfang September 2024 auf unsere Jagdterrierhündin. Von Freundschaft mit Katzen oder friedlicher Koexistenz hatte die noch nie was gehört. Zum Glück wurde schnell eingegriffen und Kai konnte aus ihren Fängen befreit werden. Seine Bisswunde am Bauch brauchte allerdings eine ganze Zeit, um zu heilen. 


Was beim Gesundwerden geholfen hat waren seine Katzenkumpel, die ebenso auf dem Gelände stromern durften. 
Kai war gar nicht unverträglich mit Artgenossen. In unserer Erinnerung liegt er mit Zeus oder Udo zusammengekuschelt in der Sonne, in unserer Erinnerung spielt er mit ihnen. In unserer Erinnerung sehen wir  ihn immer mit einem Buddy an seiner Seite. Nur das seine Buddy's alle ein eigenes Zuhause fanden. Kai blieb immer zurück. Es gibt zuviele junge Katzen, in die sich Besucher verlieben. 
Ein dicker schwarz-weißer Kater, ca. 2018 geboren, hat da weniger Chancen. 
Und dann....... kam Marie. Tatsächlich kam auch sie mit ihrer Familie, um sich eine junge Katze auszusuchen. 
Im Katzenhaus warteten einige Kandidaten. Nur der Weg dorthin führte an Kai vorbei. 
Gibt es Liebe auf den 1.Blick? Vielleicht.
Marie jedenfalls wollte keine junge Katze mehr. Marie wollte Kai. Und manchmal zeigt sich das Schicksal dann sehr originell, denn Marie's Mutter ist Krankenschwester und Berührungsängste mit der Diagnose Diabetes und den notwendigen Insulinspritzen gab und gibt es nicht. 
 

Unser Kai zog Ende Juli in sein neues Zuhause, zu Marie und ihrer Familie. Dort geniesst er, im Mittelpunkt zu stehen, meistens eher zu liegen, in der Sonne, in seinem eigenen Garten oder irgendwo im Weg rum, wie bei uns im Tierheim. 
Kai ist angekommen und wird geliebt.