Lieber Balu, wir sind traurig. Unendlich traurig an diesem sonnigen Augusttag. Du, der du einer unserer Tierheimlieblinge warst, hast heute Morgen zum letzten Mal die Sonne gesehen und dann deine Augen für immer geschlossen. Balu, du kluger, verspielter, ungestümer Schäferhund. So gern wir dich bei uns hatten, wollten wir dir doch eigentlich wieder ein eigenes Zuhause schenken. Es ist uns nicht gelungen. Zu groß, zu alt, zu kränklich warst du mit deinen acht Jahren und deiner Hüftdysplasie für die meisten Hundeinteressenten, die in unserem Meininger Tierheim nach potenziellen Familienzuwachs-Kandidaten fragten. Dein warmherziges Wesen, du liebenswerter, lebensfroher großer Junge, haben sie nicht gesehen. So wurde das Tierheim für mehr als zwei Jahre dein Zuhause. Als du zu uns kamst, warst du in einem furchtbaren Zustand. Wir freuten uns mit dir, als du deine Vergangenheit auch optisch sichtbar abgeschüttelt und deine Lebensfreude zurückgewonnen hattest. Wir freuten uns an dir, du leidenschaftlicher Ballspieler, verschmuster Menschenfreund, neugieriger Entdecker und charmanter Dickkopf. Alle, die dich näher kennenlernen durften, haben dich ins Herz geschlossen. Und dort bleibst du auch - über diesen traurigen Tag hinaus. Gestern hattest du noch einmal Besuch von deinem Lieblingsmenschen, Gassigänger Frank. Wie in all den letzten Tagen. Bei Frank bist du immer aufgeblüht. Gestern, trotz deiner schon seit Tagen offensichtlichen gesundheitlichen Probleme, noch mal mehr als sonst. Du hast gespielt, gekuschelt, mit Genuss deine geliebten Hähnchenstreifen verputzt, nachdem du die Tage zuvor kaum mehr Appetit zeigtest. Es war, auch wenn es dir körperlich nicht gut ging, noch mal ein schöner Tag für dich. Als wüsstest du, dass es die letzten glücklichen Stunden für dich auf Erden sein würden. Heute Morgen hat dein großes, wahrscheinlich krankes Herz, aufgehört zu schlagen. Wir können es nicht fassen und vermissen dich schon jetzt. Balu, du besonderer Hund, sollst auch künftig bei uns im Tierheim ein besonderes Plätzchen haben, an dem wir uns ganz bewusst an dich erinnern können. So gern hätten wir mehr für dich getan. Mach’s gut, Balu. Danke, dass wir dich kennenlernen durften. Gute Reise ins Regenbogenland! Balu verstarb am 23.08.2026 Charmant und albern, ungestüm und herzlich: Balu Manche Tiere muss man einfach sofort ins Herz schließen. So ein Charmebolzen und Sympathieträger ist zweifellos Tierheimhund Balu, ein aufgeweckter, lebenslustiger Schäferhund. Trotzdem hat er auch in seinem zweiten Tierheimjahr noch immer keinen neuen Familienanschluss gefunden. Der Meininger Tierschutzverein würde daran so gern etwas ändern. Der achtjährige menschenbezogene Rüde ist ein stattlicher Bursche. Kein Vergleich zu dem deprimierenden Anblick, den er bei seinem Einzug auf dem Rohrer Berg bot. Der 2018 geborene Balu war ins Tierheim gekommen, weil sein Vorbesitzer schwer erkrankte und sich niemand mehr um den Hund kümmern konnte. Mit Übergewicht, zu langen Krallen und einer offenen Wunde vom zu engen Geschirr traf er damals ein. Und nun erlebt man ihn fit und fröhlich, aber er steckt auch voller Ungeduld, wieder raus ins Leben zu dürfen. Im Laufe seines Aufenthalts hat er sich als unermüdlicher Ballträger, Fänger und Apportierer hervorgetan. Der schlaue Kerl nutzt jede Gelegenheit, sich aktiv zu beschäftigen. Wenn er spielen darf, dann strahlen seine Schäfi-Augen – dann ist die Welt für ihn in Ordnung. Für sein Hundeglück braucht es jetzt noch eine hundebegeisterte Familie, die das Energiebündel zu schätzen weiß und Lust hat, ihn sowohl körperlich als auch geistig auszulasten. Da Balu auf manche Umweltreize noch impulsiv reagiert, trägt er zur Sicherheit oft einen Maulkorb. Seine zukünftigen Menschen sollten also standfest sein und Erfahrung mitbringen, um ihm klare Grenzen und Sicherheit zu geben. Im Gegenzug bekommt man einen Hund, der albern und charmant sein kann und ein ganz großes Herz besitzt.Wer sich mit dem Gedanken trägt, Balu das lange vermisste eigene Zuhause zu geben, sollte besser keine Katzen oder Kleintiere halten. Balu ist an Wohnungshaltung gewöhnt, öffnet aber auch gern mal Türen, wenn die Neugier ruft. Grundkommandos beherrscht er. Wenn ihm etwas nicht gefällt, kann er schon mal seinen sturen Schäfi-Kopf zeigen. Der Tierschutzverein sucht für Balu hundeerfahrene Menschen, die wissen, wie man einem solchen Charakterhund Struktur, Liebe und Halt gibt. Sie sollten nach Möglichkeit Freude an Bewegung haben und verstehen, dass Erziehung, Konsequenz und Zuneigung Hand in Hand gehen. Tierheimtieren eine zweite Chance zu geben, ist eine dankbare und lohnende Aufgabe. Wenn einer eine solche Chance verdient hat, dann Balu.
