Spielen meine Katzen noch oder ist das schon Streit?
Ende Juni musste die Veranstaltung wegen der Hitze ausfallen, jetzt hat es endlich geklappt: Bei bestem Spätsommerwetter kamen 25 Tierfreundinnen und Tierfreunde auf die Terrasse des Tierheims Rohrer Berg, um bei der beliebten Reihe „Kleine Tierkunde zur Kaffeestunde" dabei zu sein. Thema diesmal, das vielen Katzenhaltern bekannt vorkommen dürfte: „Spielen meine Katzen noch oder ist das schon Streit? Konflikte im Mehrkatzenhaushalt frühzeitig erkennen und richtig handeln."
Isabell Schäftner, Tierpsychologin und Katzentrainerin aus Mellrichstadt , hat den Nachmittag als Referentin gestaltet. Anschaulich und praxisnah erklärte sie den Gästen – die meisten leben selbst mit mehreren Katzen zusammen –, wie kompliziert das Sozialverhalten von Katzen eigentlich ist. Wird Stress durch Konflikte nicht erkannt, kann das ernste Folgen haben: Die Tiere ziehen sich zurück, verändern ihr Verhalten oder werden unsauber. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – manchmal passen die Charaktere einfach nicht zusammen, manchmal lief die Vergesellschaftung ungünstig, oder es gibt Haltungsfehler oder plötzliche Veränderungen im Haushalt. Die gute Nachricht: Katzen lassen sich trainieren, und mit gezieltem Verhaltenstraining kann sich das Miteinander deutlich verbessern.
Spannend war vor allem, wie fein die Unterschiede sind. Beim echten Spiel wechseln die Rollen fair, die Bewegungen bleiben entspannt, die Krallen eingezogen. Ein schleichender Konflikt zeigt sich dagegen eher leise: starre Blicke, angespannte Körperhaltung, zuckende Schwänze, das Blockieren von Wegen. Wird daraus echter Streit – Jagen ohne Rollentausch, Fauchen, Knurren –, meiden die Katzen sich danach und ziehen sich zurück. Isabell Schäftner gab dazu ganz praktische Tipps: Ruhe bewahren, Sichtkontakt unterbrechen und Übungen wie das Umorientierungssignal oder das Hütchenspiel nutzen, damit die Katzen lernen, sich friedlich aus dem Weg zu gehen.
Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen hatten die Gäste danach viel Zeit, Isabell Schäftner mit Fragen zu ihren eigenen Katzen zu löchern – und sie nahm sich für jede und jeden geduldig Zeit.
Ein herzliches Dankeschön an alle Gäste für den Besuch, das Interesse und die Spenden für unsere Schützlinge im Tierheim! Ganz besonderer Dank geht an Isabell Schäftner für ihren ehrenamtlichen Einsatz – sie war selbst begeistert von der Atmosphäre auf dem Rohrer Berg und hat schon zugesagt, gerne wiederzukommen. Danke auch an alle Helferinnen und Helfer für den leckeren Kuchen und die tatkräftige Unterstützung.
Weiter geht's am Sonntag, 30. August, um 14 Uhr mit der nächsten Kaffeestunde: „Ankommen lassen statt aufgeben – Der richtige Start mit Tierschutztieren." Zu Gast ist dann Jennifer Rolff aus Unterkatz, Tierheilpraktikerin und Begleiterin für ganzheitliche Tiergesundheit.