Die Thüringer Tierschützer kämpfen für eine flächendeckende Katzenschutzverordnung, um das Leid der Streunerkatzen zu lindern, aber auch langfristig die Tierheime zu entlasten. Das machen sie gerade nachdrücklich zur laufenden Landestierschutzwoche deutlich. Meiningen war am Dienstag die fünfte Station des Catmobils des Deutschen Tierschutzbunds, das eine Woche lang im Freistaat unterwegs ist.
Kevin Schmidt, Vorsitzender des Landestierschutzbunds, und seine Kolleginnen hatten neben dem eindrucksvollen Catmobil, das am Markttag in Meiningen viel Publikum anlockte, auch noch eine weitere Riesenkatze in die Fußgängerzone mitgebracht. Beide Miezen wurden gern für Fotos genutzt und lenkten die Aufmerksamkeit auf die Infostände des Meininger Tierschutzvereins und des Tierschutzbunds. Viele Marktbesucher interessierten sich für die Katzenschutzthematik, die im Mittelpunkt der Tierschutzwoche steht, stellten Fragen, spendeten und versorgten sich mit Infomaterial.
Den Tierschützern geht es darum, überhaupt erst mal ein Problembewusstsein für das leidvolle Leben der Streunerkatzen zu schaffen. Viele von diesen Tieren, die scheu sind und oft gar nicht zur Kenntnis genommen werden, sind sehr krank, verletzt, unterernährt, permanent Revierkämpfen und anderen Gefahren ausgesetzt. Und doch vermehren sie sich ungebremst. Mit einer Katzenschutzverordnung – landes- oder bundesweit – ohne weiße Flecken auf der Landkarte könnte den Tieren viel Leid erspart werden, aber auch den Tierschützern selbst, da sie ihnen Rechtsicherheit beim Eingreifen gibt, und nicht zuletzt den Katzenbesitzern. Denn eine solche Verordnung wäre mit einer Pflicht zum Chippen, Registrieren und Kastrieren der Freigängerkatzen verbunden. Fundkatzen müssten künftig nicht mehr in den Tierheimen verharren, sondern könnten ähnlich wie Fundhunde rasch wieder zu ihren Besitzerfamilien zurückkehren, die oft monatelang verzweifelt und ergebnislos nach ihren ausgebüxten Lieblingen fahnden.
Der Landestierschutzverband bemüht sich nun sowohl auf landespolitischer Ebene Veränderungen herbeizuführen, als auch einen breiten Konsens in der Bevölkerung zu schaffen, um der Politik zu zeigen, dass diese Form des Katzenschutzes sinnvoll ist und gewollt wird. Die Aktion in Meiningen jedenfalls kam sehr gut an. Der Meininger Tierschutzverein bedankt sich bei allen, die Interesse an dem wichtigen Thema gezeigt haben.
Den Abschluss der Landestierschutzwoche bildet am 10. Oktober eine Kundgebung mit Podiumsdiskussion auf dem Erfurter Anger.