Momo

Information
*Lebenslustige Menschenfreundin - auch ohne Augenlicht: Momo*
Ihr Fellkleid glänzt schwarz wie die Nacht. Und auch Momos Welt ist völlig dunkel. Denn das liebenswerte Kätzchen ist blind – nicht von Geburt an, aber weil sich niemand rechtzeitig um das Würmchen gekümmert hat, als es Hilfe gebraucht hätte. Im Mai oder Juni hatte Momo wohl in der Rhön tatsächlich zunächst das Licht der Welt erblickt, bevor es an Katzenschnupfen erkrankte und sich die Äuglein ganz furchtbar entzündeten. Optisch wirkt die hübsche Mieze keineswegs unheimlich oder furchteinflößend. Es gibt einfach nur keine Augen in ihrem trotzdem sehr schönen, ebenmäßigen schwarzen Gesichtchen. So, als ob sie sie immer geschlossen hielte.
Ob Momo ein Streunerkatzenkind ist oder doch irgendwann mal mit Menschen in Berührung kam, weiß niemand zu sagen. Angst vor den Zweibeinern hat sie jedenfalls nicht, denn sie weiß, dass sie auf deren Fürsorge angewiesen ist. Momo liebt und bekuschelt ihre Menschen inbrüstig und wenn sich andere Miezen nähern, „verteidigt“ sie ihren Dosenöffner nachdrücklich.
Gefunden wurde das Kätzchen, wie weggeworfen, in einem Straßengraben bei Andenhausen mit so schlimmen Äuglein, dass beide nicht mehr zu retten waren von den Ärzten, zu denen das Kätzchen von den mitleidigen Findern gebracht wurde. In der Obhut des Meininger Tierheims und einer Pflegestelle erwies sich Momo als wahre Kämpferin, voller Lebenslust trotz ihres gesundheitlichen Zustands. So erholte sich das unterernährte kranke Katzenfräulein, steckte auch einen Katzenschnupfen-Rückschlag gut weg – und lernte schnell, mit seinem Handicap mühelos klarzukommen. Sogar mehr als das, denn Katzen sind erstaunliche, anpassungsfähige Geschöpfe.
Momo kompensierte das fehlende Augenlicht mit einem ausgeprägten Geruchs- und Tastsinn. So ist sie ganz versessen auf Katzenminzkissen oder auf Spielangeln, deren Anhängsel sie flink und geschickt fängt. Und wenn sie die Angel in Gänze erwischen kann, schleppt sie das Spielgerät auch im Mäulchen durch die Gegend. Alles Spielzeug sollte natürlich ein Glöckchen haben, damit sie es orten kann. Mühelos springt Momo auf die Couch, behutsam und gewandt bewegt sie sich durch ihr Wohnumfeld. In ihrer Pflegestelle ist während ihres Aufenthalts nichts umgestoßen worden oder gar zu Bruch gegangen. Das total verschmuste Schwarzfellchen genießt seine Streicheleinheiten, lässt sich herumtragen und unterhält sich gern angeregt mit den Zweibeinern auf kätzisch.
Ihre Betreuer hatten diese außergewöhnliche Katze schon sehr ins Herz geschlossen. Momo hätte in der Pflegestelle bleiben dürfen, wenn sie nicht – wahrscheinlich bedingt durch ihre besonderen Umstände – ein solch verteidigendes, eifersüchtiges Verhalten gegenüber den bereits vorhandenen Katzen gezeigt hätte. Obwohl sie anfangs mit einer anderen kleinen Katze ein Herz und eine Seele war, stellte sich mit der Zeit heraus, dass Momo manche Stubentiger nicht toleriert und dann auch ordentlich austeilt. Denn Angriff scheint für sie, die Katze mit Handicap, die beste Verteidigung zu sein. So zog Momo zurück ins Tierheim, das jedoch kein geeigneter Ort für ein blindes Kätzchen ist.
Wahrscheinlich wäre sie als Einzelkatze bei ihren künftigen Besitzern am glücklichsten oder die Sympathie zu einem Artgenossen müsste zunächst getestet werden. Momo will von allem viel: Kuscheln, Spielen und Futtern. Leider neigt sie dazu, sich zu überfressen. Sie findet selbst kein Ende, bis sie brechen muss. Man sollte ihre Futternäpfe daher besser nach jeder Mahlzeit wegräumen.
Eines ist sicher: Dieses Kätzchen ist etwas ganz Besonderes mit all seinen Eigenheiten: anschmiegsame Prinzessin und hartnäckiger Bodyguard für ihre Menschen, vom Schicksal gebeutelt und doch ein lebensfroher Sonnenschein. Es sind nicht die perfekten kleinen niedlichen Katzenbabys, die die besondere Aufmerksamkeit und Sorge der Tierschützer benötigen. Es sind Kätzchen wie die entzückende Momo, die ihre Chance brauchen, verdienen und bekommen sollen.
Damit sie sich gut zurechtfinden kann, muss Momo eine Wohnungskatze bleiben – idealerweise in Räumen ohne viele Treppenstufen und mit nicht allzu vielen Möbeln. Für seinen kleinen Rhöner Findling wünscht sich der Meininger Tierschutzverein ein Zuhause voller Liebe und Katzenglück. Momo wartet im Tierheim Rohrer Berg auf Besucher, die ihr das bieten möchten (Terminabsprache unter der Telefonnummer 03693-478460).
Eigenschaften
| Name | Momo |
| Rasse | |
| Geboren | |
| Fundort/Herkunft | |
| Geschlecht | weiblich |
| Charakter | |
| Verträglich mit Artgenossen | Nein |
| Verträglich mit anderen Tieren | |
| Besondere Merkmale | |
| Haltungsanforderungen | Wohnung |
| Geeignet für | |
| Kastriert | |
| Gechipt | |
| Derzeitige Unterbringung | Pflegestelle |
| Aufgenommen | |
| Status | frei zur Vermittlung |
Weitere Fotos



