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Was tun, wenn man Baby-Katzen findet?

Veröffentlicht am: 2021-04-26 22:10:01

 

Mit dem Frühling kommen nun die ersten Katzenbabys zur Welt und damit wieder in den kommenden Monaten bis in den Herbst hinein viel Arbeit auf die Tierfreunde zu. Der Meininger Tierschutzverein sucht daher erneut Katzenfreunde, die sich zutrauen, als Pflegestelle Katzenkinder aufzuziehen. Manche Kitten suchen ein Pflegeplätzchen mit Mama-Katze, andere sind mutterseelenallein oder in Gesellschaft ihrer ebenso hilflosen Geschwister. Einige werden noch rund um die Uhr das Fläschchen mit Katzenmilch benötigen, andere schon selbstständig Kittenfutter zu sich nehmen können. Für diese und ähnliche Notlagen werden Pflegestellen gesucht. Wer sich das vorstellen kann, sollte die Tierauffangstation in Meiningen kontaktieren, Telefon 03693-478460, oder an den Tierschutzverein schreiben an die Adresse tierschutzverein-meiningen@web.de.

Aber auch wer nicht selbst Pflegestelle sein möchte, doch Katzen in einer Notsituation findet, wird womöglich als tierischer Ersthelfer benötigt. Jedenfalls dann, wenn es keine Mutterkatze gibt, die diese Kleinen versorgt. Wie verhält man sich in so einer Situation richtig? Hier ein paar Tipps:

  • Du findest Baby-Katzen und bist nun unsicher, wie du dich verhalten sollst. Sie jammern und sind so niedlich. Kaum jemand kann da wegsehen und so kommt es jedes Jahr vor, dass unzählige, verwaiste, winzigkleine Babys in die Tierauffangstation geliefert werden, von denen es manche einfach nicht schaffen können.

  • Dass Tiere überhaupt in so eine Notlage kommen, hängt damit zusammen, dass sich viele Katzenbesitzer über das Thema Kastration überhaupt keine Gedanken machen. Nicht selten wird der ungewollte Nachwuchs irgendwo ausgesetzt und sich selbst überlassen. Hinzu kommt die Babys verwilderter Hauskatzen, um die sich keiner mehr kümmert. Solche Populationen sind nicht nur oft unterernährt, sondern leiden auch sehr unter Parasiten und schwerwiegenden Krankheiten.

  • Was also tun, wenn man Babykatzen findet? Am besten sind die Winzlinge – so sie dem Anschein nach gesund sind - bei ihrer Mutter aufgehoben! Die Mama-Katze behütet ihren Nachwuchs und gibt ihnen alles, um groß und stark zu werden. Also positioniert euch in angemessener Entfernung und beobachtet. Taucht die Mutter nach zwei Stunden nicht auf, informiert die Tierauffangstation. Dort bekommt ihr weitere Ratschläge. Ob nun noch weiter zu warten ist, hängt nämlich auch vom Alter des Nachwuchses ab.

  • Ihr findet ein einzelnes Kätzchen, das kläglich nach seiner Mutter ruft: Auch hier gilt es zu beobachten. Wenn die Mutter ein neues, sicheres Versteck für die Kleinen gefunden hat, kann es sein, dass sie beim Umzug ein Kitten "zwischenparkt", um es später zu holen. Sollte es nicht so sein, holt euch Rat in der Tierauffangstation.

  • Ihr findet kranke Kitten mit verklebten Augen oder krustigen Nasen. Oft sind sie auch von Flöhen und Zecken übersät. Der Po ist verdreckt oder sogar blutig. Lasst euch nicht von eurem Mitleid überrennen und reagiert mit Bedacht. Diese Katzen brauchen definitiv medizinische Hilfe. Aber zusammen mit ihrer Mutter wird es ihnen leichter gelingen zu überleben. Deshalb besprecht bitte mit der Tierauffangstation, was zu tun ist.

  • Ihr findet ein oder mehrere Kitten in einer gefährlichen Situation, wie z. B. an oder auf einer Straße oder in der Nähe eines Gewässers. Reagiert bitte sofort und bringt sie in Sicherheit - vergesst dabei aber nicht eure eigene.

  • Warum ist es so wichtig, dass die Mama bei den Kleinen bleibt: Erst einmal ist es das Natürlichste der Welt, um Kitten gesund groß zu bekommen. Die Mutter lernt den Kleinen alles, was sie wissen müssen und das kann keine Tierauffangstation und auch nicht die beste Pflegestelle leisten. Außerdem zieht das Wegnehmen auch ernsthafte gesundheitliche Folgen für die säugende Mutter nach sich. Wenn sie ihre Milch nicht mehr absetzen kann, kann es zu Entzündungen oder Verhärtungen im Gesäuge führen. Fieber und ein elendiger Tod kann eine Folge sein.

  • Was tun, wenn die Tierauffangstation nicht erreichbar ist? Mit seinen finanziellen Möglichkeiten kann der Tierschutzverein dort keine 24-Stunden-Bereitschaft gewährleisten. Bitte übernehmt Eigenverantwortung! Handelt nicht unüberlegt! Bringt verletzte Kitten zum Tierarzt oder beherbergt sie, wenn es ihren Zustand zulässt, bis die Tierauffangstation wieder erreichbar ist, oder bringt sie bei Bekannten vorübergehend unter.

  • Jedes Jahr ist auch irgendwann der Punkt erreicht, an dem alle Plätze in der Tierauffangstation und in den Pflegestellen belegt sind. Was gegen dieses Dilemma wirksam hilft, sind Kastrationen. Redet mit Besitzern von Freigängern und erklärt ihnen, wie wichtig es ist, ihr Tier kastrieren zu lassen. Nur so lässt sich unzähliges Leid verhindern. Es kann jedenfalls keinesfalls so sein, dass man sich darauf verlässt, dass sich schon irgendwo Tierfreunde oder Tierschützer finden werden, die das Problem für solche verantwortungslosen Katzenhalter lösen werden…