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Was ist bloß mit den Zweibeinern los?

Veröffentlicht am: 2021-03-05 18:15:41

Die Pandemie bringt in allen Lebensbereichen das Beste und das Schlimmste im Menschen zum Vorschein. Auch für die Beziehung zu Tieren scheint das zu gelten. Wahrscheinlich nie zuvor haben die Tierheime so viele ihrer Schützlinge vermitteln können. Die Menschen haben mehr Zeit als sonst und weniger menschliche Kontakte – also holen sie sich tierische Gesellschaft. Nun hoffen die Tierheime sehr, dass sich nach überstandener Krise ihre Katzen- und Hundehäuser nicht wieder füllen, weil Menschen feststellen, dass ihnen ihr neues Haustier doch eher lästig ist, beispielsweise wenn sie wieder in den Urlaub fahren können …

Neben dieser neu entdeckten Tierliebe und dem Mitgefühl vieler Menschen bereitet gerade auch das gegenteilige Phänomen den Tierschützern große Sorgen. Die Beispiele von geschundenen oder gar getöteten Tieren allein aus der Region nehmen besorgniserregende Ausmaße an. Dass es sich dabei um eine Straftat handelt, scheint solche gewissenlosen Täter nicht zu kümmern. Der Tierschutzverein Meiningen bittet daher alle Tierfreunde um verstärkte Aufmerksamkeit, damit solche Zeitgenossen, die Lust am Töten und Peinigen von Tieren haben, ermittelt und bestraft werden können. Im Moment treiben solche Tierquäler ihr Unwesen unter anderem in Jüchsen, Springstille und Viernau, in Brotterode, in Themar und Waltershausen. Jede einzelne dieser Taten sollte unbedingt der Polizei und dem Veterinäramt angezeigt werden. Hier eine Zusammenstellung einiger bekannt gewordener Horrornachrichten aus der jüngsten Zeit:

  • Dezember 2020/Februar 2021: Mindestens zwei Katzen im Meininger Wohngebiet am Wandervogel werden vergiftet, überleben aber wie durch ein Wunder nach tierärztlicher Behandlung.

  • Februar 2021: Nachdem vor Monaten schon ein Unbekannter auf Katzen in Jüchsen geschossen hat, wiederholte sich das im Februar bei zwei Miezen einer Familie. Die verletzten Kätzchen überlebten zum Glück. Nachdem die Familie die Tierquälerei öffentlich gemacht hat, meldet sich eine weitere Jüchsener Katzenbesitzerin, deren Katze offensichtlich auch eine Schussverletzung aufweist. Zudem verschwinden in Jüchsen immer wieder Katzen spurlos. Jüngstes Beispiel ist der junge Tiger-Kater Gauner aus der Heinrich-Heine-Straße. Von ihm fehlt seit dem Abend des 28. Februar jegliches Lebenszeichen. Der zweijährige Gauner wäre an seinem roten Halsband gut zu erkennen. Der nicht gechippte und nicht kastrierte Tiger hat sich eigentlich immer in der Nähe des Grundstücks seiner Familie aufgehalten. Falls er nicht versehentlich irgendwo eingesperrt wurde oder auf Brautschau gegangen sein sollte, wäre er der nächste Kandidat auf der Jüchsener Vermisstenliste.

  • Mitte Februar: Zum wiederholten Mal sucht ein Tierquäler nachts den Gnadenhof in Themar heim. Zwergziege Lilly wird frühmorgens schwerverletzt gefunden. Sie blutet aus Mund und Nase. Sie war mit Tritten in den Bauch so schwer verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden muss.

  • 24. Februar 2021: Erneut wird der Gnadenhof in Themar Ziel einer blindwütigen Tierquäler-Attacke. Zwei Pferde, darunter ein blindes, jagt der Eindringling quer über die Koppel. Die blinde Aga verletzt sich an Kopf, Beinen, Hals und Brust.

  • 27. Februar 2021: Ein belgischer Schäferhund wird in Brotterode auf der Köhlerwiese vermutlich mit einem Luftgewehr beschossen und verletzt. Der Hund muss tierärztlich versorgt werden, hat zum Glück keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen.

  • Februar 2021: In Waltershausen vermisst eine Familie ihre Katze Minka. Nach langer Suche entdecken sie ihren verendeten Liebling in einem grauenhaften Zustand. Minka muss ein furchtbares Martyrium durchgemacht haben. Das Kätzchen ist aufgespießt worden …

  • Februar 2021: Drei Katzen werden in der letzten Februarwoche in Springstille – vermutlich mit vergifteten Ködern getötet, eine vierte Mieze hat ebenfalls Vergiftungserscheinungen, befindet sich laut Polizei aber auf dem Weg der Besserung. Diese ominösen Fälle werden jetzt sowohl von der Kripo als auch vom Veterinäramt untersucht. Am vorigen Sonntag erschnüffelt dann auch in Viernau, auf dem Weg Richtung Kesselbrunnen, ein Hund einen Köder – ein Stück Schinkenspeck, gefüllt mit einer unbekannten Substanz. Die Hundehalterin übergibt den mutmaßlichen Giftköder der Polizei.

Die Tierfreunde der Region machen all diese Fälle, in denen hilflose Tiere attackiert und gequält wurden, unglaublich traurig und wütend. Um weitere solche Straftaten zu verhindern, hilft nur: aufmerksam sein, zusammenhalten und auffällige Beobachtungen melden. Die Tierschutzvereine der Region, die Veterinärämter und die Polizei erhoffen sich Hinweise, die zu den Tätern führen.