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Giftige Nachbarschaft

Veröffentlicht am: 2021-02-25 10:22:39

Hugo und Nala überlebten die Giftattacke

Manche Menschen mögen leider keine Tiere, doch wer gibt ihnen das Recht, ihnen etwas anzutun? Gerade wurden wieder zwei Freigängerkatzen vergiftet. Vor wenigen Tagen erst ballerte jemand in Jüchsen mit dem Luftgewehr herum und verletzte Katzen. Nach der Veröffentlichung im Meininger Tageblatt meldete sich eine weitere Jüchsener Katzenbesitzerin, deren Kätzchen Ähnliches passiert war. Zum Glück haben alle überlebt. Doch neben den Wunden, die wieder heilen, hinterließ die Quälerei weitere Spuren: Die Tiere zeigen sich schreckhaft und ängstlich.

Leider gibt es schon wieder neue Attacken auf Freigängerkatzen – diesmal in Meiningen. Im Wohngebiet über dem Friedhof, Richtung Wandervogel, hat jemand mindestens zwei Katzen vergiftet. Die Besitzerinnen von Hugo und Nala wollen sich das nicht gefallen lassen und ebenso Anzeige bei der Polizei erstatten, wie das in Jüchsen der Fall war. Tierquälerei ist schließlich eine Straftat.

Im Dezember war der stattliche Norwegische Waldkater Hugo nach einem Spaziergang nicht mehr derselbe. Der freche, aufgeweckte Kerl aus der Hans-von-Bülow-Straße schien plötzlich ganz in sich gekehrt, reagierte gereizt auf jede Berührung. Nicht mal mit seinen Lieblingsleckerlis oder der geliebten Katzenminze ließ er sich locken. Teilnahmslos lag er in der Ecke, bis Frauchen ihn zum Tierarzt brachte. Gerade noch rechtzeitig, denn der stellte eine Vergiftung fest. Hugo konnte gerettet werden. Es dauerte fast zwei Wochen, bis sich der neunjährige Prachtbursche von der Attacke erholte. Sein Frauchen informierte die Nachbarschaft über den Zwischenfall und erfuhr, dass wohl nicht zum ersten Mal Giftköder in der Gegend ausgelegen haben. Hugos Frauchen vermutet, dass das Gift eigentlich Füchsen gilt. „Wir freuen uns jeden Tag über die Füchse oder Rehe. Alle wollen im Wohnviertel in schönster Lage nah am Wald wohnen, aber mit den Tieren möchten sich manche nicht auseinandersetzen. Doch die Tiere waren schon immer da“, sagt sie. Nun ist es wieder passiert. Diesmal traf es die kleine Nala, die Am Wandervogel zu Hause ist. Die Jungkatze wirkte nach einem Streifzug völlig apathisch. Auf Streichelversuche reagierte die Schmusemaus aggressiv. Beim Tierarztbesuch wurde klar: Auch Nala war mit Gift in Berührung gekommen. Das Katzenmädchen wird es zwar schaffen. Doch vielleicht ist es mal für ein anderes Samtpfötchen zu spät, wenn nicht gar schon Tiere auf der Strecke geblieben sind. Dringend erbittet der Tierschutzverein daher Hinweise auf den Täter unter der Nummer der Tierauffangstation (03693) 47 84 60. Auch die Polizei wird sich dafür interessieren.