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Luci im Glück

Veröffentlicht am: 2019-03-14 00:00:48

 

Erinnert ihr euch noch an Luci aus der Tierauffangstation? Monatelang suchten wir für unsere glücklose pechschwarze Diva nach einem Fürimmerzuhause. Katzen jeden Alters und jeder Farbschattierung konnte der Tierschutzverein in die Hände von tierlieben Menschen geben. Die Katzenhausbewohner zogen ein und wieder aus. Nur Luci – nicht mehr ganz jung, sehr gesprächig und schmusig, ein bisschen eigenwillig und zickig – blieb.

Für die schwarze Dame wollte sich einfach niemand interessieren, obwohl sie keine Gelegenheit ausließ, jeden Besucher schnurrend, mauzend und voller Erwartung zu begrüßen. So ein Kennenlernen geschah stets nach Lucis Spielregeln. Wenn sie nicht mehr wollte, machte sie das unmissverständlich klar und schlug manch einen in die Flucht. Auch bei ihren Mitbewohnern war sie eher wählerisch und zeigte deutlich, wen sie mochte und wen nicht. Eine starke Katzenpersönlichkeit eben, aber eine liebenswerte.

Wir erzählten Lucis Geschichte, wo immer wir konnten. Und auch wenn ihr Schicksal die Menschen rührte, passierte zunächst nichts – bis unsere schwarze Mieze Post aus dem Schwarzwald bekam. Zu weit entfernt, als dass wir Hoffnung für Luci hätten schöpfen können. Aber wir freuten uns mit unserer Langzeitbewohnerin, als nach diesem ersten Kontakt auch noch ein Paket, vollgepackt mit allem, was das Katzenherz begehrt, ganz allein für Luci eintraf. Die nahm das Geschenk auch sofort in Beschlag.

Tage später erreichte uns wieder Post aus dem Schwarzwald. Diesmal mit noch besseren Nachrichten: Der Familienrat hatte getagt und allen Ernstes beschlossen: Wenn niemand anders Luci eine Chance geben will, dann soll sie eben eine Schwarzwälderin werden! Nach positiver Vorkontrolle über einen örtlichen Tierschutzverein stand es fest: Am 3. Februar darf Luci umziehen.

373 Kilometer in knapp vier Stunden auf der schnellsten Strecke nach Meiningen – die tierliebe Familie aus Villingen-Schwenningen scheute weder Kosten noch Mühen, um unsere Zicke glücklich zu machen. Behutsam nahmen die Besucher den Erstkontakt in der TAS auf und eine tiefenentspannte Luci durfte sich mit ihnen auf die weite Reise machen. Nach Hause! Endlich!

Dort hat sich die Thüringerin in Rekordzeit eingelebt und wider Erwarten auch mit den bereits vorhandenen Katzen Freundschaft geschlossen.

„Mein Sohn wurde auf dem Sofa regelrecht überfallen und niedergekuschelt“, schrieb Lucis neues Frauchen kurz nach der Ankunft. Und heute? Luci ist glücklich, denn in ihrer Familie wird sie geliebt und darf dennoch sie selbst sein.

„Sie hat sich sehr gut eingelebt, lässt nach und nach ihr Zickentum immer mehr bröckeln. Einfach mal im Vorbeilaufen streicheln? Nein, das darf man ohne Gemotze nicht“, weiß Frauchen zu berichten. „Aber sobald man es sich auf dem Sofa gemütlich macht, schaut sie einen an. Dann geht es: Mau mau mau. Und sie legt sich mit Vorliebe quasi um den Hals. Je nach Stimmung darf man sie streicheln oder auch nur halten. Und sobald es abends ins Bett geht, ist sie die Erste. Mit Vorliebe liegt sie bei mir die ganze Nacht im Arm und möchte auch gekuschelt werden … Aber wer kann dieser schwarzen Schönheit schon was abschlagen. Wir lieben sie alle sehr!“

Mit ihren Menschen funktioniert es also schon mal. Und mit den anderen Miezen? „Wir haben eine 19-jährige Königin aller Diven und der Kater ist ja eigentlich von einem Nachbar, der sich aber nicht kümmert. Mit beiden versteht sie sich sehr gut. Mit dem Kater macht sie jetzt gerade wieder Wettrennen im Haus. Das ist wirklich schön zu sehen. Er freut sich richtig, dass er jemanden zum Quatschmachen hat. Unsere Katzenomi hält sich da raus und schläft lieber“, erzählt uns Lucis Menschenmama und fügt hinzu: „Ich freue, mich dass alles so perfekt für sie läuft. So hab ich es mir für sie erträumt.“ Und wir erst, liebe Schwarzwälder Familie!!! Luci hat ihr Glück gefunden.