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Mit Liebe, Wärme und Fläschchen

Veröffentlicht am: 2019-03-13 23:51:45

Cleo, ein reizendes Schildpatt-Kätzchen aus dem vorigen Herbst, erwischte einen schweren Start ins Leben. Sie war erst wenige Tage alt, als sie mutterlos mit mehreren Geschwistern gefunden wurde. Die tierlieben Finder versuchten, die Kätzchen zu retten, doch als eines von ihnen starb, wandten sie sich verzweifelt an den Meininger Tierschutzverein.

Eine Pflegestelle des Vereins nahm die Winzlinge kurzentschlossen auf und versuchte alles Menschenmögliche, die Babys mit Rundumbetreuung - viel Liebe und Wärme, Nuckelfläschchen und Bäuchleinmassage - durchzubringen. Zwischendurch erschien der Kampf jedoch aussichtlos. Die Kätzchen waren einfach viel zu jung, hatten kaum Widerstandskraft. Das Schicksal schlug erneut zu: Bei zwei weiteren Katzenkindern hörten die kleinen Herzchen auf zu schlagen.

So deprimierend das für die Pfleger war, so motivierend war es auch: Wenigstens Cleo sollte es schaffen. Auch sie war zeitweilig dem Tode näher als dem Leben. Doch die tapfere Kämpferin überstand alle Rückschläge, sammelte Kräfte im warmen Pullover ihres Pflegefrauchens und aus dem Inhalt ihres Babyfläschchen. Jedes Gramm, das Cleo mehr auf die Waage brachte, war Gold wert und das Kätzchen eines Tages tatsächlich über den Berg.

Mit etwa drei Monaten, durfte sie - geimpft und gechippt – ihr neues Leben beginnen. Sie wurde adoptiert von den einstigen Findern. Die halten die Meininger Pflegestelle auch weiter über Cleos Entwicklung auf dem Laufenden. Das Schmusekätzchen ist nicht nur kerngesund und putzmunter, sondern auch zu einer richtigen Schönheit herangewachsen und lebt nun ein zufriedenes Katzenleben. Cleos Beispiel zeigt, wie es dem Tierschutzverein im vorigen Jahr dank seiner Pflegestellen gelang, selbst in aussichtslosen Fällen Katzenbabys den Start ins Leben zu ermöglichen. An die 90 Kätzchen konnten aufgezogen, gezähmt und in die Hände von Tierfreunde gegeben werden.

Nun naht das Frühjahr, was bedeutet, das schon bald wieder zahllose unkastrierte Freigängerkatzen und Streuner Babys bekommen werden. Leider ist dieser Nachwuchs nicht überall willkommen. Oft sind Menschen mit der Situation überfordert, manchmal auch die Katzenmama selbst, für verwilderte Tiere wird es besonders schwer.

Viele Katzenbabys werden getötet, zurückgelassen oder irgendwo ausgesetzt. Es ist also damit zu rechnen, dass der Tierschutzverein in den nächsten Monaten wieder viele kleine Samtpfötchen aufzupäppeln hat – ein Rund-um-die-Uhr-Job wie bei Menschen-Babys. Aber auch ein großes Vergnügen, den entzückenden kleinen Wollknäuls auf dem Weg ins Leben zu assistieren und tagtäglich mit anzuschauen, wie sie wachsen und gedeihen.

Für die Aufzucht solcher Katzenbabys sucht der Tierschutzverein schon jetzt Pflegestellen, die bei Bedarf kontaktiert werden können. Denn in der Tierauffangstation ist solcherart 24-Stunden-Betreuung nicht zu leisten. Wer Freude an dieser verantwortungsvollen Aufgabe hat, vielleicht sogar schon Erfahrung damit, sollte möglichst bald Kontakt zum Tierschutzverein aufnehmen! Zu erreichen ist die Tierauffangstation telefonisch unter der Nummer (03693) 478460, wochentags zwischen 7 und 17 Uhr, am Wochenende bis 12 Uhr.

Wer noch Tipps benötigt, was bei der Kittenaufzucht zu beachten ist, bekommt selbstverständlich die nötige Einweisung. Ebenso ist der Tierschutzverein bei der Belieferung mit Katzenmilch und Katzenfutter behilflich – genauso bei der ärztlichen Versorgung der Winzlinge und der späteren Vermittlung, wenn die Schützlinge groß und alt genug dafür sind.

Auch tierliebe Menschen, die eine zeitweilige Pflegestelle für eine größere Katze anbieten würden, sind dem Tierschutzverein jederzeit sehr willkommen. Denn es gibt Katzen, die sich - sei es, weil sie sehr scheu sind, oder weil sie an einer Krankheit leiden - bei einer menschlichen Intensivbetreuung besser entwickeln, als im Katzenhaus, wo sie eine unter vielen wären. Auch diesen Pflegestellen hilft der Verein gern mit Ratschlägen, des Weiteren bei der Versorgung und Vermittlung des Tieres. Wer den Tierschutzverein unterstützen und ein katzenfreundliches Heim für eine gewisse Zeit anbieten möchte, sollte Kontakt schon jetzt den Kontakt suchen.